Interkulturelle Büro Darmstadt

Aufgabenstellung

In Darmstadt sind mehr als 23 000 Menschen mit nichtdeutschem Pass aus ca. 150 Ländern zu Hause, das entspricht einem Anteil von etwa 16 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Der Anteil der nach Darmstadt zugewanderten Menschen insgesamt ist mit 24,5 % deutlich höher. Das Interkulturelle Büro der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat das Ziel, das friedliche und kooperative Zusammenleben von Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Herkunft zu fördern. Um dies zu erreichen, ist es besonders wichtig, den Integrationsprozess der Zugewanderten zu unterstützen. In diesem Rahmen ist das Interkulturelle Büro als kommunale Querschnittsbehörde mit migrationsspezifischem Know – How tätig, ansprechbar für alle – unabhängig von Herkunft und Staatsangehörigkeit.

Das Interkulturelle Büro ist 1997 durch einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung eingerichtet worden. Es ist unmittelbar dem Dezernat V (zuständig für Soziales und Prävention, Jugend, Wohnungswesen, Frauen und interkulturelle Angelegenheiten) zugeordnet.

Die Beschlüsse des Magistrats, die die kommunale Integrationspolitik betreffen, werden durch das zuständige Dezernat vorbereitet und umgesetzt. Das Interkulturelle Büro ist als das entsprechende Fachamt in diese Arbeit eingebunden. Mehrere Ämter (Amt für Soziales und Prävention, Jugendamt, Amt für Familie, Kinderbetreuung und Sport, Einwohnermeldeamt, Ordnungsamt etc.) innerhalb der Stadtverwaltung sind ebenfalls mit Integrationsaufgaben befasst. Das Interkulturelle Büro kooperiert mit ihnen zur Durchführung seiner Aufgaben. Bei allen Fragen, die die Integration betreffen, wird das Interkulturelle Büro vom entsprechenden Fachamt konsultiert und ggf. in eine Kooperation einbezogen. Die Initiative dazu kann aber auch vom Interkulturellen Büro kommen. Diese Querschnittsfunktion ist durch eine OB – Rundverfügung untermauert.

Durch einen Magistratsbeschluss im Jahre 2007 ist eine Steuerungsgruppe für Integration eingerichtet worden, der neben dem Interkulturellen Büro weitere städtische Ämter wie Amt für Soziales und Prävention, Jugendamt, Sozial- und Jugendhilfeplanung, Amt für Familie, Kinderbetreuung und Sport sowie Frauenbüro angehören.

Die Geschäftsstelle des Ausländerbeirats ist voll in das Interkulturelle Büro integriert. Die unabhängige Arbeit des Ausländerbeirats, wie sie gesetzlich definiert wird, ist von der verwaltungsmäßigen Zuordnung der Geschäftsführung nicht berührt.

Service-Leistungen

  • Clearing, Erstberatung, Weitervermittlung für alle
    Antidiskriminierungsberatung / Bündelung der Antirassismusarbeit
  • Informationsvermittlung / Aufklärungsarbeit für alle
    Praxisbezogene Weiterqualifizierung für Fachkräfte
  • Projektkooperationen mit Ämtern, Institutionen und Vereinen
  • Community-Arbeit
  • Geschäftsführung für den Ausländerbeirat

Lokaler Aktionsplan Darmstadt (LAP)

Vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) wurde das Programm „Vielfalt tut gut – Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ ausgeschrieben. Für die Dauer von drei Jahren können jährlich bis zu 100.000 EURO bewilligt werden. Unter Mitarbeit der bestehenden Arbeitsgruppe „Aktion Weltoffenes Darmstadt“ wurde die Interessenbekundung und nach dem entsprechenden Magistratsbeschluss die Antragstellung für den Lokalen Aktionsplan (LAP) durchgeführt.

Ziele

Entwicklung einer integrierten lokalen Strategie mit einer breiten Vernetzung der relevanten Akteure vor Ort und Durchführung von Einzelprojekten für Vielfalt, Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus.

Organisation

Koordinierungsstelle des LAP, die sich im Auftrag der Kommune betätigt, ist der Förderverein Zentrum für Demokratie und Menschlichkeit gegen Rassismus. Die Steuerungsgruppe des LAP besteht aus der Koordinierungsstelle, dem externen Coach und dem Interkulturellen Büro. Weitere wichtige Gremien des LAP sind das Ämternetzwerk und der Begleitausschuss.

Das Ämternetzwerk besteht aus der Sozialverwaltung/Jugendamt, Amt für Familie, Kinderbetreuung und Sport, dem Frauenbüro, dem Kulturamt und dem Interkulturellen Büro. Das Interkulturelle Büro übernimmt die kommunale Federführung.

Der Begleitausschuss setzt sich unter Leitung des Stadtrats Jochen Partsch aus Vertreterinnen und Vertretern folgender Institutionen zusammen: DGB- Jugend, Jugendring, Mädchenarbeitskreis, Jungenarbeitskreis, StadtschülerInnenrat, Jugendforum, Katholische und evangelische Kirche, Jüdische Gemeinde, Verband Deutscher Sinti und Roma, Runder Tisch Antirassismus, Ausländerbeirat, Migrantenvereine, Schulen und Hochschulen, staatliches Schulamt, Magistrat, Fraktionen der Parteien in der Stadtverordnetenversammlung, Jugendamt (Abteilung Jugendförderung), Amt für Familie, Kinderbetreuung und Sport (Sportberatungsstelle), Frauenbüro, Kulturamt, Interkulturelles Büro und die Koordinierungsstelle des LAP.

Vorgehensweise

Nach der Bewilligung des Antrags durch das BMFSFJ wurde durch die Stadt öffentlich zur Einreichung von Projektanträgen durch interessierte gemeinnützige Träger aufgerufen. Nachdem der Begleitausschuss sich konstituiert und eine Geschäftsordnung sowie Förderkriterien beschlossen hat, wählte er von den eingegangenen 27 Anträgen einstimmig 12 Einzelprojekte zur Förderung aus.

Die Projekte konnten mit dem Beginn der ersten Förderphase am 01.09.2007 starten. Am 07.11.2007 fand eine öffentliche Auftaktveranstaltung statt, wo nach der Gesamtpräsentation einige Einzelprojekte dargestellt wurden.

Die Erfahrungen der ersten Förderperiode werden vor der Sommerpause 2008 ausgewertet, die Ergebnisse auf Qualität geprüft und die Voraussetzungen geschaffen, um den LAP mit einem erweiterten Akteursnetzwerk fortzusetzen.
http://vielfalt-in-darmstadt.de