Partizipation im Quartier

In Darmstadt sind zwei Stadtteile in das Programm „Soziale Stadt“ einbezogen: Kranichstein-Süd und Eberstadt-Süd. Das Interkulturelle Büro hat in Kranichstein- Süd (2000 – 2003) und in Eberstadt- Süd (2001 – 2004) die Einbeziehung von Migrant/innen in die Stadtteilarbeit gemeinsam mit der Stadtteilwerkstatt aktiv unterstützt, den Beteiligungsprozess moderiert und gesteuert.

Aktivitäten Ziele
Aufbau und Vernetzung von Migrantenarbeitsgruppen Gleichwertige Beteiligung von Migranten/innen
  • Stadtteilfeste
  • Gemeinsame soziale Aktivitäten
Entwicklung interkultureller Nachbarschaft / Identifikation mit dem Stadtteil
  • „Mama lernt Deutsch“ an Schulen
  • Deutschkurse im Stadtteil
  • Elterngesprächskreise an Kindergärten und Schulen
Öffnung der Bildungsinstitutionen / Stärkung der Sprach- und Erziehungskompetenz der Eltern
  • Informationsveranstaltungen mit Migrantenvereinen
  • Mehrsprachige Informationsblätter für Migranten/innen
Informationsvermittlung im Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich
Durchführung von Fortbildungen im Stadtteil Informationsvermittlung zum Thema Migration/ Entwicklung von interkultureller Kompetenz

Folgende Ergebnisse wurden in den Stadtteilen in der ersten Phase nach jeweils drei Jahren erzielt:

In Kranichstein-Süd existiert die Arbeitsgruppe „Migrant/innen in Kranichstein“ (MIKRA) als Vertretungsgremium der Migrantenbevölkerung im Stadtteil. Sie besteht aus Vertreter/innen aus afghanischen, arabischen, irakisch-kurdischen, pakistanischen, russlanddeutschen, somalischen und türkischen Communities.

In Eberstadt-Süd existiert die Arbeitsgruppe „Interkulturelle Stadtteilarbeit“ mit Vertreter/innen aus somalischen, russlanddeutschen und türkischen Communities.

Beide Migrantenarbeitsgruppen sind über die Stadtteilwerkstatt und über direkte Vertreter/innen in das jeweilige Stadtteilnetzwerk vor Ort eingebunden. Die Delegierten der jeweiligen Gruppen nehmen an Entscheidungen teil. Sie beteiligen sich an gemeinsamen Aktivitäten im Stadtteil wie Reinigungsaktionen oder aktivierenden Befragungen. Sie nehmen auch an Stadtteilfesten mit Info-Ständen und durch Beiträge im Kulturprogramm aktiv teil.

In den Räumen zur bürgerschaftlichen Nutzung in Kranichstein-Süd führen mehr als zehn Frauengruppen verschiedener Herkunftsländer in Selbstverwaltung ihre Aktivitäten durch. Das Angebot reicht von Deutsch- und Alphabetisierungskursen, muttersprachlichen Kursen für Kinder, Mädchentreffs bis hin zu informellen Treffen zu speziellen Themenbereichen. Da in Eberstadt- Süd nur wenige Räume zur Verfügung stehen, ist es für die Gruppierungen dort schwieriger, sich zu organisieren und eigene Aktivitäten zu entwickeln.

Seit Beginn der Einbeziehung von Migrant/innen in die Stadtteilarbeit sind in Kranichstein-Süd vier und in Eberstadt-Süd zwei neue Migrantenvereine entstanden, wobei alle sechs Vereine Frauenvereine sind.

Nachdem in beiden Stadtteilen wichtige Voraussetzungen erfüllt sind, um die Migrantenbeteiligung zu gewährleisten, hat sich die Unterstützung des Interkulturellen Büros seit 2003 bzw. 2004 bis 2006 darauf beschränkt, durch Beratung und punktuelle Interventionen den Selbstlauf der Beteiligungsdynamik von Zugewanderten aufrechtzuerhalten.

Seit 2006 hat sich die Präsenz des Interkulturellen Büros vor Ort wieder verstärkt und konzentriert sich insbesondere auf die Kooperation der Migrantenarbeitsgruppen mit Vertretungen von einheimischen Bewohnerinnen und Bewohnern und auf ihre Partizipation in der Gremienarbeit in den beiden Stadtteilen.