„Zugewanderte und Polizeikräfte begegnen einander“ – Workshop und Stammtische

Der Ausländerbeirat Darmstadt hat sich im Rahmen seiner Arbeit mit Vorfällen befasst, wo entweder Mitglieder des Ausländerbeirates selbst oder ihnen bekannte Personen mit Migrationshintergrund in Konflikte mit Polizeibeamten involviert waren. Ausgehend von einem Vorschlag des Ausländerbeirates und den Erfahrungen aus anderen Kommunen (u.a. Frankfurt a.M.) wurde dieses Projekt entwickelt. Die Workshops wurden 2005 und 2007 durchgeführt.

Ziel:

Sensibilisierung und Bewusstseinserweiterung bei Gruppen von Zugewanderten und Polizeikräften

Zielgruppen:

10-15 Polizistinnen und Polizisten (gehobener Dienst) sowie 10 – 15 Migrantinnen und Migranten (Vertreterinnen und Vertreter von Migrantenvereinen, des Ausländerbeirates und der Migrationsdienste u.a.) aus Darmstadt und Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Inhalt:

In einer Folge von Sequenzen werden im Workshop aufeinander aufbauende Ziele verfolgt:

Sequenz 1 Einführung, Kennen lernen
Sequenz 2 Ziel: Freies Aussprechen und Sichtbarmachen von Vorurteilen
Methode: Moderationskarten
Sequenz 3 Ziel: Wissensvermittlung über die andere Gruppe
Methode: Referate mit Diskussion
Sequenz 4 Ziel: Gewinnung von gemeinsamen Erkenntnissen über die Alltagssituationen, in denen in der eigenen Wahrnehmung Stress durch die jeweils andere Gruppe entsteht. Üben des Perspektivenwechsels Methode: Rollenspiel, Interaktion
Sequenz 5 Ziel: Erkenntnisgewinnung über den Kommunikationsprozess – Sensibilisierung über mögliche Kommunikationsstörungen
Methode: Referat mit Diskussion
Sequenz 6 Ziel: Sammeln von Vorschlägen über erwünschte Änderungen bei sich und bei Anderen
Methode: Metaplan
Sequenz 7 Ziel: Gemeinsame Festlegungen über machbare Schritte
Methode: Berichte und Diskussion

Vorgehensweise:

Im zweitägigen Workshop befassen sich die Teilnehmenden in parallelen Arbeitsgruppen und gemeinsam mit Vorträgen, Rollenspielen und Gruppendiskussionen. Themen: Fremdbilder, Lebens- und Erfahrungswelten von Zugewanderten und Polizeikräften, Kommunikationsstörungen, Analyse von Konfliktsituationen, Perspektivenwechsel und Verhaltensänderungen. In abwechselnden Sequenzen treffen sich die Teilnehmenden erst separat und dann gemischt, um die existierenden Fremdbilder zu präsentieren und gemeinsam Korrekturen vorzunehmen. Empfehlungen und Vorsätze für die andere und eigene Gruppe werden festgehalten und gemeinsam diskutiert. Nach dem Workshop finden auf freiwilliger Basis Stammtische statt, wo der Austausch in lockerer Form weitergeführt wird.